Tallinn in 2 Tagen: Altstadt, Kalamaja und Kadriorg
2 days

Tallinn in 2 Tagen: Altstadt, Kalamaja und Kadriorg

Was dieser 2-Tages-Plan bietet

Zwei Tage geben Ihnen genug Raum, um Tallinn in Ruhe zu erleben, ohne zu hetzen. Tag 1 deckt den mittelalterlichen Kern ab — Toompea, die Unterstadt, Kalamaja — in einem Tempo, das Ihnen erlaubt, wirklich innezuhalten und zu schauen. Tag 2 führt Sie nach Osten nach Kadriorg und gibt Ihnen den Nachmittag für eigene Entdeckungen: das Seeflughafen-Museum, eine Sowjet-Geschichte-Tour oder ein gemütliches Mittagessen in Telliskivi. Gesamtstrecke zu Fuß: rund 12–15 km über beide Tage.

Dieser Plan eignet sich für alle, die per Flug oder Nachtfähre ankommen. Wenn Sie mit einem Kreuzfahrtschiff kommen und weniger Zeit haben, lesen Sie stattdessen den Tallinn-Tagesplan für Kreuzfahrtpassagiere.


Tag 1 — Mittelalterliche Altstadt und Kalamaja

Morgen (09:00–12:30): Toompea und die Oberstadt

Beginnen Sie auf dem Toompea-Hügel. Gehen Sie über das Pikk-jalg-Tor hinauf — vom Viru-Tor-Bereich aus sind es fünf Gehminuten bergauf. Oben:

  • Patkuli- und Kohtuotsa-Aussichtsplattformen (beide kostenlos) — unverzichtbare Panoramen über die Unterstadt
  • Alexander-Newski-Kathedrale — kostenloser Eintritt, ~20 Minuten innen
  • Schloss Toompea — Außenfoto; das Parlamentsgebäude selbst ist nicht öffentlich zugänglich

Steigen Sie über die Lühike-jalg-Stufen (“Kurzes Bein”) hinab. Machen Sie einen Umweg in den Dänischen Königsgarten am Fuß des Hügels — ein ruhiges Grünstück mit Blick auf den Turmkomplex. Den vollständigen Kontext finden Sie in unserem Reiseführer zum Toompea-Hügel.

10:30 — Untere Altstadt: Katharinenpassage und Mauern

Verbringen Sie in der Unterstadt eine Stunde mit dem mittelalterlichen Stadtgefüge:

  • Katharinenpassage (Katariina käik): Kunsthandwerkergasse, kostenlos, im Morgenlicht wunderschön
  • Die Stadtmauern und Türme: gehen Sie entlang der Müürivahe-Straße — der Außenmauerabschnitt ist hier am fotogensten, mit den Pullover-Markständen an seiner Basis (geöffnet ~09:00–18:00)
  • St.-Olaf-Kirchturm (~€5): bis ins 18. Jahrhundert der höchste Punkt der Stadt; schmale Wendeltreppe, gute Aussicht

Den Altstadtspaziergang-Reiseführer lesen für eine Routenkarte der wichtigsten Haltepunkte.

12:30 — Mittagessen auf oder nahe dem Raekoja plats (mit Vorbehalt)

Der Raekoja plats (Rathausplatz) ist wunderschön, aber die Restaurants, die ihn säumen, verlangen Touristenpreise — €18–24 für Hauptgerichte. Wenn Sie die Platzatmosphäre möchten, bestellen Sie ein Getränk und essen woanders. Gehen Sie zwei Minuten zur Vene-Straße oder drei Minuten zur Rataskaevu-Straße für besseres Preis-Leistungs-Verhältnis: Leib Resto (Hauptgerichte €15–19, estnische Küche, ohne Hype) oder das Kellerrestaurant im Rathaus selbst (Mittagsmenü ~€10).

Nachmittag (14:00–18:00): Kiek in de Kök und Kalamaja

  • Kiek in de Kök + Bastionentunnels (~€12 kombiniert): 90 Minuten einplanen, inkl. Tunnelführung. Den Tunneltermin im Sommer im Voraus buchen. Mehr dazu unter Kiek in de Kök und Bastionentunnels.
  • 15 Minuten nordwestlich zu Fuß (oder Straßenbahn 2) nach Kalamaja und Telliskivi Creative City: Straßenkunst, unabhängige Cafés, Põhjala Tap Room für lokales Craft-Bier. Hier hängt das junge Tallinn ab — ein guter Kontrast zur mittelalterlichen Tourismusblase.

Für eine geführte Version, die die Esskultur beider Stadtteile umfasst:

Die Tallinner Food- und Geschichtswanderung buchen

Abend (19:00 und später): Abendessen und ein Drink

  • Abendessen in Kalamaja: F-hoone (Hauptgerichte €13–18) oder Köök (Viertel-Bistro, €14–20)
  • Alternativ, zurück in der Altstadt: Rataskaevu 16 (im Voraus buchen, Hauptgerichte €18–26) — zuverlässig gut ohne das mittelalterliche Themenrestaurant-Gimmick

Tag 2 — Kadriorg, das Sowjetviertel und ein großes Museum

Morgen (09:30–12:30): Kadriorg-Park und Palast

Nehmen Sie Straßenbahn 1 oder 3 nach Osten entlang der Narva maantee (4 Haltestellen vom Rand der Altstadt, ~12 Minuten) nach Kadriorg. Der Park ist kostenlos zu betreten und wirklich schön zu jeder Jahreszeit.

  • Kadriorg-Palast (Außenansicht): der Barockpalast, der von Peter dem Großen erbaut wurde, beherbergt heute das Kadriorg-Kunstmuseum (Sammlung ausländischer Kunst, Eintritt ~€8; 60–90 Minuten wert)
  • KUMU Kunstmuseum (5 Gehminuten vom Palast): Estlands wichtigstes zeitgenössisches Kunstmuseum, Eintritt ~€14; die Dauerausstellung zur estnischen Kunst ab dem 18. Jahrhundert ist ausgezeichnet
  • Japanischer Garten im Kadriorg-Park: kostenlos, klein, friedlich

Den Reiseführer zum Kadriorg-Parkspaziergang lesen für genaue Wege und Öffnungszeiten.

12:30 — Mittagessen in der Nähe von Kadriorg

Kohvik Moon (nahe dem Park, Mittagsgerichte €12–16) ist ein lokaler Liebling. Alternativ nehmen Sie die Straßenbahn 1 zurück in Richtung Pirita für die Strandpromenade und das Café-Angebot im Sommer.

Nachmittag (14:00–17:30): Sowjetgeschichte oder Seeflughafen-Museum

Wählen Sie eine Option:

Option A — Sowjetisches Tallinn: Gehen oder fahren Sie per Straßenbahn zurück in Richtung Stadtzentrum und halten Sie beim Vabamu-Museum der Okkupationen (~€10) und dann beim Linnahall (das riesige sowjetische Amphitheater nahe dem Hafen — nur Außenansicht, kostenlos, gespenstisch und faszinierend). Für eine geführte Version:

Die verborgene Tallinn-Sowjet-Führung buchen

Option B — Seeflughafen-Museum: Nehmen Sie Straßenbahn 2 nach Noblessner (15 Minuten von der Altstadt). Das Seefahrtsmuseum im originalen Seeflugzeughangar ist spektakulär — Eisbrecher, U-Boot, Flugboote. Eintritt ~€18. Zwei Stunden einplanen. Den Reiseführer zum Seeflughafen-Museum lesen.

17:00 — Überlegung zur Tallinn Card

Wenn Sie heute zwei oder mehr kostenpflichtige Attraktionen besucht haben (KUMU + Vabamu, oder Kiek in de Kök + Seeflughafen-Museum), hat sich die Tallinn Card wahrscheinlich bereits amortisiert. Sie deckt auch den öffentlichen Nahverkehr über beide Tage ab, was sich summiert.

Tallinn-Card-Optionen vergleichen (24h, 48h, 72h)

Abend (19:00 und später): Abendessen und die Altstadt bei Nacht

Die Altstadt nach 21:00 Uhr im Sommer ist ein völlig anderer Ort — fast keine Kreuzfahrtpassagiere, warmes Licht, fast niemand auf dem Kopfsteinpflaster. Gehen Sie entlang des Mauerrings vom Viru-Tor bis zum Fetten-Margaretha-Turm vor dem Abendessen.

Abendessens-Optionen:

  • NOA (Tallinner Küstenstraße, Taxi ~€8): Nordisches Degustationsmenü, ~€55 pro Person, die meistgelobte Küche der Stadt
  • Fotografiska Tallinn Dachbar (saisonal): gute Drinks, Blick auf die Tallinner Bucht, leichte Snacks

Abendessen-Budget: €25–45 pro Person je nach Wahl.


Was es kostet

PostenUngefähre EUR
Tallinn Card 48h (öffentlicher Nahverkehr + Museen)€47
Kiek in de Kök + Bastionentunnels€12 (mit Card inbegriffen)
KUMU Kunstmuseum€14 (mit Card inbegriffen)
Kadriorg Kunstmuseum€8 (mit Card inbegriffen)
Mittagessen (2 Tage, mittlere Preislage)€26–32
Abendessen (2 Tage, mittlere Preislage)€50–70
Craft-Bier / Getränke (2 Abende)€20
Gesamt pro Person€155–185

Wenn Sie die Tallinn Card weglassen und pro Attraktion zahlen, kalkulieren Sie ungefähr denselben Betrag — die Einsparungen beim Nahverkehr machen sie grenzwertig. Den Ratgeber “Lohnt sich die Tallinn Card?” für eine Berechnungsübersicht lesen.


Wo übernachten

Zwei Nächte funktionieren gut von einer Unterkunft in der Altstadt oder in Kalamaja aus. Altstadthotels (€80–150/Nacht) bringen Sie mitten ins Geschehen; Kalamaja-Apartments (€55–100/Nacht) sind lokaler und gut per Straßenbahn erreichbar. Den vollständigen Stadtteilvergleich finden Sie unter Wo in Tallinn übernachten.


Praktische Hinweise für einen 2-Tages-Besuch in Tallinn

Fortbewegung

Tallins Stadtzentrum ist kompakt und der Großteil dieses Plans ist zu Fuß erreichbar — die weiteste Strecke ist die Straßenbahnfahrt nach Kadriorg (12 Minuten vom Rand der Altstadt). Eine 48-Stunden-Nahverkehrskarte kostet €6 und gilt für unbegrenzte Straßenbahn-, Bus- und Oberleitungsbusfahrten. Die Tallinn Card beinhaltet den Nahverkehr, was der Grund ist, warum sie für zwei oder mehr Tage sinnvoll ist. Straßenbahn 1 und 3 bedienen die Kadriorg-Route; Straßenbahn 2 die Kalamaja/Noblessner/Hafen-Route. Den Reiseführer zur Fortbewegung in Tallinn für die vollständige Karte lesen.

Was zu priorisieren ist, wenn die Zeit knapp wird

Tag 1 ist der unverzichtbare Tag: Toompea, die untere Altstadt und Kalamaja. Wenn Tag 2 durch eine späte Abreise oder schlechtes Wetter verkürzt wird, priorisieren Sie Vabamu gegenüber Kadriorg — es ist kleiner, näher an der Altstadt und erzählt die wichtigste Geschichte über das moderne Estland. Der Park und der Palast in Kadriorg sind ein wunderschönes Erlebnis, funktioniert aber am besten mit gutem Wetter und ausreichend Zeit.

Sind zwei Tage genug?

Zwei Tage geben Ihnen ein echtes Bild von Tallinn — Sie sehen den mittelalterlichen Kern, ein modernes Stadtviertel, ein Museumsviertel und haben Zeit für einen längeren Ausflug oder einen entspannteren Abend. Was Sie nicht sehen werden, ist der Lahemaa-Nationalpark (der Hauptgrund, warum viele Besucher einen dritten Tag einplanen). Den ehrlichen Vergleich finden Sie unter Tallinn 2 Tage vs. 3 Tage und den vollständigen 3-Tages-Plan für Tallinn wenn Sie einen Tag hinzufügen möchten.

Saisonale Hinweise

Sommer (Juni–August): Die Abende bleiben bis 22:30–23:00 Uhr im Juni hell — das verändert alles am Tagesrhythmus. Abendessen um 20:00 Uhr bei vollem Tageslicht, ein Abendspaziergang, der um 22:00 Uhr noch Farben im Himmel hat. Es bedeutet auch, dass die Altstadt tagsüber belebter ist; Kreuzfahrtschiffe bringen zwischen 10:00 und 17:00 Uhr in der Hauptsaison 2.000–5.000 Passagiere. Winter (Dezember–Februar): Die Stadt ist ruhig, unter Schnee wunderschön und deutlich günstiger für Unterkünfte. Der Weihnachtsmarkt (Ende November–Anfang Januar) ist die Hauptattraktion. Besichtigungen im Freien sind auf die Tagesstunden beschränkt (Sonnenaufgang ~09:00, Sonnenuntergang ~15:30 im Dezember). Den Reiseführer für Tallinn im Winter für das vollständige saisonale Bild lesen.

Tallinn-Knigge und praktische Hinweise

  • Trinkgeld: in Cafés nicht üblich, in Sitzrestaurants mit 10% geschätzt
  • Sprache: Estnisch ist die Amtssprache; Englisch wird weit verbreitet gesprochen, besonders unter Personen unter 40 Jahren
  • Bargeldlos: Estland ist eine der bargeldlosesten Gesellschaften in der EU — Kredit- und Debitkarten funktionieren überall, einschließlich Straßenbahnticketautomaten und kleiner Marktstände. Bargeld in EUR mitzunehmen ist optional.
  • Fotografie: Die Altstadt ist fotogen, aber denken Sie daran, in der Nähe der Alexander-Newski-Kathedrale (aktiver Gottesdienstraum) und beim Fotografieren von Einheimischen respektvoll zu sein
  • Den Packlistenratgeber für Tallinn lesen für eine saisongerechte Packliste

Was zwei Tage in Tallinn vollständig wirken lässt

Die Bedeutung des Stadtteilkontrasts

Das Aufschlussreichste an zwei Tagen in Tallinn — und der Grund, warum dieser Plan darauf besteht, Sie am Tag 1 nach Kalamaja und am Tag 2 nach Kadriorg zu schicken — ist der Kontrast. Tallins Altstadt ist mittelalterlich und touristisch ausgerichtet; Kalamaja ist lokal, kreativ und entschieden 21. Jahrhundert trotz seiner Holzhausarchitektur; Kadriorg ist aristokratisch und parkähnlich, ein Werk des Ehrgeizes Peters des Großen, das in die estnische Stadt eingeflossen ist, ohne seine Eigenheit zu verlieren.

Besucher, die zwei Tage vollständig in der Altstadt verbringen, verlassen die Stadt mit einem Blick auf ihre am besten erhaltene Oberfläche, aber ohne den Kontext, der diese Oberfläche bedeutsam macht. Die Kalamaja-Gastronomieszene existiert, weil Tallinn eine lebendige Stadt ist, kein Museum. Die Kadriorg-Museen existieren, weil Estland Kunsttraditionen hat, die präsentiert werden. Die sowjetischen Sehenswürdigkeiten existieren, weil die Vergangenheit hier nicht fern ist — die meisten heute lebenden Esten wurden in der Sowjetzeit geboren.

Was man vor der Reise lesen sollte

Der nützlichste Einzeltext zum Verständnis des modernen Estlands ist der Dokumentarfilm “The Singing Revolution” (2006) — online verfügbar — der die Unabhängigkeitsbewegung von 1987–1991 aus der Sicht der Beteiligten darstellt. Das Vabamu-Museum (das Sie an Tag 2 besuchen werden) präsentiert dieselbe Geschichte anhand von Objekten und Zeugenaussagen; der Dokumentarfilm liefert das narrative Rückgrat. Die estnische Geschichte in der komprimierten Version, die für einen Zweitagesbesucher relevant ist: Das Land war 1918–1940 unabhängig, wurde 1940–1991 von der Sowjetunion besetzt und ist seit 2004 NATO- und EU-Mitglied. Diese 53-jährige Unterbrechung der Unabhängigkeit ist das Thema der sowjetischen Sehenswürdigkeiten.

Für kulinarischen Kontext finden Sie im Reiseführer zu Tallinner Speisen die empfehlenswerten Gerichte und Restaurants. Für den vollständigen Stadtteilvergleich vor der Unterkunftsbuchung lesen Sie den Ratgeber Altstadt vs. Kalamaja.

Wenn zwei Tage genossen wurden und man mehr möchte

Die häufigste Reaktion von Erstbesuchern, die diesem Plan folgen, ist, dass sie die Stadt mit dem Wunsch verlassen, drei Tage gebucht zu haben. Das ist keine Beschwerde — es bedeutet, dass die Stadt gewirkt hat. Wenn Sie vorausplanen und die Flexibilität haben: drei Tage sind besser, genau weil sie einen Lahemaa-Tagesausflug ermöglichen (siehe den Tallinn-Lahemaa-3-Tages-Plan) oder einen Helsinki-Fährtag (siehe den Tallinn-Helsinki-2-Tages-Plan). Der Ratgeber Tallinn 2 Tage vs. 3 Tage bietet den ehrlichen Vergleich für Planungszwecke.

Beliebte Tallinn-Touren auf GetYourGuide

Verifizierte GetYourGuide-Touren mit Direktlinks. Mit einer Buchung über diese Links erhalten wir eine kleine Provision ohne Mehrkosten für Sie.