Estland Große Runde 7 Tage: Tallinn, Lahemaa, Tartu und Saaremaa
Last reviewed: 2026-05-18Was diese große Runde umfasst
Sieben Tage reichen aus, um Estland richtig zu sehen: die UNESCO-Mittelalterstadt, der beste Nationalpark des Landes, die intellektuelle Hauptstadt und die bekannteste Insel. Das ist der Plan für jemanden, der Estland verstehen möchte, statt nur Tallinn von der Liste zu streichen — die Art von Reise, auf die man Jahre später noch zurückblickt.
Ein Auto ist ab Tag 3 unbedingt erforderlich. Buchen Sie es vor der Ankunft: Die Autovermietung am Tallinner Flughafen beginnt bei €35–55/Tag (im Sommerhöchstpreis höher). Wann immer Sie eine Tankstelle sehen, tanken — Estlands ländliche Tankstellen liegen auf den Inselstraßen 30–50 km auseinander.
Routenübersicht: Tallinn (Tag 1–2) → Lahemaa (Tag 3, Übernachtung) → Tartu (Tag 4) → Pärnu/Transit (Tag 5 Morgen) → Saaremaa (Tag 5–6) → Tallinn (Tag 7, Rückkehr).
Tag 1–2 — Tallinn: Mittelalterliche Hauptstadt in der Tiefe
Tag 1 Nachmittag: Orientierung und Kalamaja
Bis zum Mittag oder früher ankommen. Den Nachmittag mit dem Toompea-Hügel verbringen — die Aussichtsplattformen oben geben die beste Orientierung für die ganze Stadt. Durch die Unterstadt hinabgehen und Straßenbahn 2 nach Kalamaja für ein Viertelabendessen nehmen. F-hoone oder Köök (beide Telliskivi; Hauptgerichte €12–18) sind die ehrlichsten Optionen.
Tag 2 Morgen: die Altstadt richtig erkunden
Vollständiger Morgen im mittelalterlichen Kern:
- Kiek in de Kök + Bastionentunnels (~€12; Tunneltermin im Voraus buchen): 90 Minuten, das viszeral erlebnisreichste Altstadterlebnis
- Katharinenpassage und Müürivahe-Straße
- St.-Olaf-Kirchturm (~€5)
Für eine geführte Tour, die die mittelalterlichen Schichten zusammenführt:
Die mittelalterliche Tallinn-Stadtführung (2 Stunden) buchenDen Altstadtspaziergang-Reiseführer und unseren Reiseführer zum Toompea-Hügel lesen.
Tag 2 Nachmittag: Kadriorg oder das Seeflughafen-Museum
Eine wählen:
- Kadriorg (Straßenbahn 1 nach Osten, 12 Minuten): die Barockpalastgärten, KUMU Kunstmuseum (~€14) und Spaziergang entlang der Pirita-Küste. Den Kadriorg-Reiseführer lesen.
- Seeflughafen-Museum (Straßenbahn 2, 15 Minuten; ~€18): Das Kalte-Krieg-U-Boot und der Flugzeughangar. Den Reiseführer zum Seeflughafen-Museum lesen.
Heute Abend oder früh morgen früh das Mietauto abholen.
Die Tallinn Card deckt die meisten Tag-2-Museumseintritte und den gesamten öffentlichen Nahverkehr ab — bei 48h zahlt sie sich klar über zwei Tage aus:
Tallinn Card für 48 Stunden holenTag 3 — Lahemaa-Nationalpark (Übernachtung)
09:00 — Fahrt nach Lahemaa (1 Stunde nach Osten)
Auto abholen und auf der E20-Autobahn nach Osten fahren. Der Lahemaa-Nationalpark beginnt etwa 60 km von Tallinn entfernt — Sie werden den Küstenkiefernwald und die ersten Straßenschilder für die Herrenhausgüter bemerken.
Morgen: Palmse-Herrenhaus und Viru-Moor
Palmse-Herrenhaus (~10:00): Das schönste Barockherrenhaus in Estland; die Brennerei, der Stallblock und der Garten sind der fotogenste Teil. Parkgelände kostenlos; Herrenhauseintritt ~€6. 60 Minuten einplanen.
Viru-Moor-Steg (~11:30): Estlands zugänglichste und repräsentativste Moorlandschaft. Der 3,5 km kreisförmige Steg ist flach und leicht; die Landschaft aus Miniaturkiefern, Sphagnumtümpeln und offenem Himmel ist in Mitteleuropa einzigartig. 75–90 Minuten einplanen. Festes Schuhwerk empfohlen. Den Viru-Moor-Reiseführer lesen.
Für eine geführte Tagestour, die die Logistik übernimmt und Kontext liefert:
Die Lahemaa-Nationalpark-Tagestour von Tallinn aus buchenNachmittag: Käsmu und Altja-Dörfer
Käsmu-Fischerdorf (~13:30; Mittagessen): Das Seekapitänsdorf auf einer felsigen Halbinsel. Das Käsmu Café serviert Räucherfischplatten und lokales Bier (€10–14). Das kleine private Seefahrtsmuseum (auf Anfrage beim Eigentümer geöffnet) ist einen Nachfrage wert.
Altja-Dorf (~15:30): Ein erhaltenes Fischerdorf aus dem 19. Jahrhundert mit einer funktionierenden Schenke (kõrts) und der bekannten Doppelschaukel. Das Ensemble aus Holzgebäuden, Netztrockengestellen und dem Geruch von Holzrauch am Abend ist das Ursprünglichste, das man in Estland noch findet. Es ist ruhiger und weniger aufgeräumt als Palmse.
Võsu-Strand (~17:00, optional): Ein Sandstrand an der Lahemaa-Küste, im Sommer schwimmbar (Meeresbuchttemperaturen ~18–20°C im Juli–August). 30 Minuten entlang der Küste gehen, bevor man sich einquartiert.
Abend: Übernachtung in Lahemaa
Mehrere Gästehäuser und Herrenhaus-Hotels betreiben ihre Betriebe im Park:
- Sagadi-Herrenhaus-Gästehaus (restauriertes Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert; Doppelzimmer ab €80): Das atmosphärischste
- Käsmu-Gästehäuser: einfach, lokal, €45–65/Nacht
Eine Übernachtung in Lahemaa ist es wirklich wert — der Wald ist nachts ruhig, das Moor bei Morgendämmerung wunderschön, und man vermeidet den Morgenansturm von Tagesausflüglern aus Tallinn.
Tag 4 — Lahemaa nach Tartu über die Küste
Morgen: der östliche Teil von Lahemaa
Den Morgen im weniger besuchten östlichen Teil des Parks verbringen:
- Oandu-Waldweg (3 km Runde): Uraltwald, große Gletscherfindlinge, gelegentliche Elchsichtungen
- Sagadi-Herrenhaus und Arboretum: Ein gut erhaltenes Gut mit einer Baumsammlung und einem Museum der Estnischen Forstwirtschaft
Südwärts nach Tartu fahren (ca. 150 km vom östlichen Lahemaa; 1h45–2h) über die E20/Tartu-Autobahn, am Nachmittag ankommen.
Nachmittag und Abend in Tartu
Einchecken; zum Toomehill (dem Hügel über dem Stadtzentrum mit Domruinen und Aussichtspunkt; kostenloser Zugang) und dem Universitätsviertel gehen. Das Universität Tartu Museum (Eintritt ~€5) ist die beste 60-Minuten-Einführung in die Bedeutung der Stadt. Den Tartu-Reiseziel-Ratgeber lesen.
Abendessen: Ribe (Rüütli 9; Hauptgerichte €16–22; die beste Küche der Stadt). Tartus Café-Bar-Leben ist erlebens wert — die Stadt hat einen echten intellektuell-bohèmischen Charakter, den Tallinn, touristischer ausgerichtet, nicht ganz erreicht.
Tag 5 — Tartu am Morgen, Fähre nach Saaremaa
09:00 — Tartu: das Estnische Nationalmuseum
Das Estnische Nationalmuseum (Muuseumitee 2; Eintritt ~€12; eines der besten Ethnographiemuseen in Nordeuropa) rechtfertigt einen vollen Morgen bei Interesse an baltischer Geschichte, Folklore oder materieller Kultur. 2,5–3 Stunden einplanen. Den Tartu-Ratgeber lesen.
Alternativ die geführte Stadtführung von Tartu vor der Abreise machen:
Wenn Sie lieber solo erkunden: Der Audioguide ist eine solide Alternative zum Verständnis der Stadtschichten — den Tartu-Reiseziel-Ratgeber lesen.
13:00 — Fahrt nach Virtsu für die Fähre nach Muhu/Saaremaa (2h ab Tartu)
Die Route nach Saaremaa führt über die Fährüberfahrt bei Virtsu (Festland) nach Kuivastu (Muhu-Insel). Zuerst nach Pärnu fahren (~1h ab Tartu), einen kurzen Blick auf den Strand und die Rüütli-Straße-Fußgängerzone werfen, dann nach Virtsu weiterfahren (~1h ab Pärnu). Die Fährüberfahrt nach Muhu dauert 25 Minuten; Fähren fahren häufig (alle 30–60 Minuten tagsüber). Für das Autofähre keine Buchung erforderlich; einfach auffahren. Kosten: ~€7 pro Auto einschließlich Fahrer.
Auf Muhu-Insel angekommen, den Damm nach Saaremaa überqueren und in der Nähe von Kuressaare (der Hauptstadt der Insel) einchecken.
Abend: Abendessen in Kuressaare — Georg (Lossi 1; Hauptgerichte €16–24; die ambitionierteste Küche auf Saaremaa) oder das entspanntere Veski (eine umgebaute Windmühle, Hauptgerichte €12–18). Den Saaremaa-Reiseführer lesen.
Tag 6 — Saaremaa: Inseltag
09:00 — Kaali-Meteoritenkrater und das Inselinnere
Kaali-Meteoritenkrater (30 km nördlich von Kuressaare): Ein See, der durch einen Meteoriteneinschlag vor ~7.500 Jahren entstanden ist. Eintritt ~€5; der Kraterrandweg dauert 20 Minuten. Gespenstisch und wirklich altertümlich.
Angla-Windmühlen (~10:30): Das meistfotografierte Motiv auf Saaremaa — eine Gruppe von fünf Holzwindmühlen aus dem 19. Jahrhundert auf einem Hügel, die noch stehen. Freier Zugang; 15 Minuten.
11:30 — Sörve-Halbinsel
Südwärts zur Sörve-Halbinsel fahren — das schmale Landstück an der südlichen Spitze Saaremaa. Die Küste hier ist wilder und weniger besucht: Kalksteinpflaster an der Küste, ein Leuchtturm an der Spitze und Überreste der sowjetischen Küstenmilitäranlagen (Beobachtungsposten, Bunker, rostende Ausrüstung noch vorhanden). Kostenloser, offener Zugang. 2 Stunden für Fahrt und Spaziergang einplanen.
14:00 — Kuressaare: das Schloss und die Altstadt
Kuressaare-Burg (das am besten erhaltene mittelalterliche Schloss in Estland; Eintritt ~€7; die Hauptattraktion der Insel): Eine Bischofsfestung aus dem 14. Jahrhundert, vollständig von einem Wassergraben umgeben, mit guten Aussichten vom Turm. 90 Minuten einplanen. Den Saaremaa-Reiseführer lesen.
Kuressaare Altstadt: klein, entspannt, wirklich untouristisch im Vergleich zu Tallinn. Die Lossi-Straße und den Lindenpark rund um das Schloss erkunden.
Nachmittag: Kajakfahren an der Saaremaa-Küste
Die Saaremaa-Küste ist eine der besten Kajak-Umgebungen in Estland — die flachen, schilfgesäumten Ufer und kleinen Inseln sind besonders gut bei ruhigem Wetter. Geführte Kajaktouren laufen von Mai bis September von verschiedenen Startpunkten auf der Insel.
Die geführte Saaremaa-Kajaktour buchenAbend: letzte Saaremaa-Nacht
Abendessen in Kuressaare. Die Saaremaa-Brauerei (Kuressaare; eigenes Tap Room) produziert das Bier der Insel — Dunkelbier und Weizenbier, beides gut. Budget für das Abendessen: €20–30 pro Person.
Tag 7 — Rückkehr nach Tallinn
09:00 — Morgen auf Muhu
Die Fähre zum Festland von Kuivastu in gemächlichem Tempo nehmen. Muhu-Insel (zwischen den Fährterminals und dem Festland) hat einige Stunden Sehenswürdigkeiten:
- Koguva-Dorf: Das am besten erhaltene Bauernhausdorf in den baltischen Staaten — eine Gruppe Steinhöfe aus dem 18. und 19. Jahrhundert; keine Autos, kostenloser Zugang
- Muhu-Kirche (13. Jahrhundert; Eintritt ~€3): Die älteste Kirche Estlands mit originalen Fresken
Den Muhu-Reiseführer für weitere Details lesen.
12:00 — Rückfahrt nach Tallinn (3h ab Virtsu)
Die Rückfahrt über die Westküste Estlands via Haapsalu fügt Interesse ohne wesentlich mehr Zeit hinzu (~3h30). Die Holzkurstädtchen und die Bischofsschlossruinen Haapsalus sind bei gutem Wetter 45 Minuten Halt wert. Den Haapsalu-Reiseführer lesen.
Alternativ die direkte E67-Autobahn zurück nach Tallinn nehmen (2h30 ab Virtsu; die schnellere Option bei einem Flug).
Was es kostet (pro Person, 7 Tage)
| Posten | Ungefähre EUR |
|---|---|
| Autovermietung (6 Tage ab Tallinn) | €210–330 gesamt (÷2 = ~€130 pro Person) |
| Kraftstoff (vollständige Runde ~800 km) | €50 pro Person |
| Tallinn Card 48h (Tag 1–2) | €47 |
| Lahemaa Übernachtung (Sagadi-Herrenhaus) | €80 |
| Tartu: Nationalmuseum + geführte Tour | €37 |
| Muhu–Saaremaa Fähre (Auto) | €7 |
| Kuressaare-Burg | €7 |
| Saaremaa Kajakfahren | €40–60 |
| Unterkunft x5 Nächte (Mix) | €300–420 |
| Mittagessen x7 | €80–100 |
| Abendessen x7 | €175–225 |
| Gesamt pro Person | €1.160–1.460 |
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Auto für diesen Plan notwendig?
Für Tag 1–2 in Tallinn nein — die Stadt ist kompakt und gut von Straßenbahnen erschlossen. Ab Tag 3 ist ein Auto der Unterschied zwischen Estland sehen und eine kuratierte Teilmenge davon sehen. Die östlichen Abschnitte von Lahemaa, Saaremaaes Inneres und die Sörve-Halbinsel sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlicht nicht auf sinnvolle Weise erreichbar.
Was ist die beste Jahreszeit für diese Große Runde?
Mai–September ist das praktische Zeitfenster. Mai hat die längsten Sonnenstunden, niedrigste Preise und Frühlingsgrun in Lahemaa. Juli–August ist Hochsaison: mehr Menschenmassen beim Palmse-Herrenhaus und in Kuressaare, höhere Unterkunftspreise, aber das Saaremaa-Kajakfahren und das Pärnu-Stranderleben sind an ihrem Besten. September ist der süße Punkt — Herbstfarben in Lahemaa, immer noch warm genug für das Meer, dramatisch weniger Menschenmassen.
Kann ich ohne Übernachtung in Lahemaa auskommen?
Ja — Sie können sich in Tallinn für drei Nächte einquartieren und Lahemaa als Tagesausflug behandeln (den Tallinn-Lahemaa-3-Tages-Plan für diese Version lesen). Aber die Übernachtung im Park fügt etwas hinzu, das der Tagesausflug nicht replizieren kann: Morgendämmerung im Moor, den Wald in der Abenddämmerung und ein echtes Gefühl für den estnischen Ländraum.
Muss ich die Saaremaa-Fähre im Voraus buchen?
Die Muhu–Virtsu-Autofähre fährt häufig und erfordert in Nebensaisonzeiten keine Vorabreservierung für Personenwagen. Im Juli–August können die Warteschlangen für die Fähre jedoch ohne Reservierung 1–2 Stunden lang sein — online über TS Laevad mindestens 3–5 Tage im Voraus buchen.
Den Ratgeber zur Autovermietung in Estland und den Ratgeber zu Estlands Nationalparks für weiteren Planungskontext lesen.
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