Die besten Bars in Tallinn: ehrliche Empfehlungen für jedes Budget
Last reviewed: 2026-05-18Wo sind die besten Bars in Tallinn?
Die besten Bars konzentrieren sich in zwei Bereichen: Telliskivi Creative City und Kalamaja für Craft-Beer-Taprooms mit lokalem Flair, und die Altstadt für historische Pubs und Cocktailbars. Hell Hunt in der Pikk-Straße ist die verlässlichste Option in der Altstadt. Põhjala Tap in Telliskivi ist der beste Craft-Taproom der Stadt.
Wie man gute Bars in Tallinn findet
Tallinn ist eine kleine Stadt mit einer überraschend lebendigen Trinkkultur. Die Herausforderung für Besucher ist nicht, Bars zu finden – es gibt Hunderte –, sondern diejenigen zu meiden, die nur dazu da sind, Kreuzfahrtpassagieren und Junggesellenabschieden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein Bier Saku für 9 EUR am Raekoja plats ist kein Tallinner Erlebnis. Das ist eine Touristensteuer.
Dieser Reiseführer basiert auf Bars, in denen Einheimische tatsächlich neben Besuchern trinken. Nicht alle sind günstig, aber alle bieten etwas Echtes: gutes Bier, gute Cocktails, kompetentes Personal oder eine Atmosphäre, die man nicht kaufen kann.
Für einen strukturierten Ersteinstieg ist die Craft-Beer-und-Snacks-Tour eine solide Einführung – ein lokaler Guide führt Sie zu den richtigen Orten, damit Sie wissen, wo Sie eigenständig zurückkehren können.
Die Tallinner Barlandschaft verstehen
Die Tallinner Barszene teilt sich entlang einer zentralen Linie: Bars, die hauptsächlich Besucher bedienen (meist in der Altstadt), und Bars, die hauptsächlich Einheimische bedienen (meist in Telliskivi und Kalamaja). Das ist kein moralisches Urteil – Hell Hunt und Von Krahli Baar in der Altstadt sind echte lokale Institutionen –, aber es ist ein nützlicher Rahmen.
Die besucherorientierten Altstadtbars konzentrieren sich rund um den Raekoja plats und die Haupttouristenrouten: Pikk, Viru, Suur-Karja. Je weiter man vom Rathausplatz weggeht, desto authentischer werden die Optionen.
Die einheimischenorientierten Bars in Telliskivi und Kalamaja entstammen der Verwandlung des Viertels von einem verfallenen Bahnhofsbezirk in Tallinns kreatives Zentrum, beginnend um 2010.
Altstadtbars: die guten
Die Altstadt ist der Ausgangspunkt der meisten Erstbesucher. Die meisten Bars hier sind mittelmäßig bis schlecht – aber einige sind wirklich ausgezeichnet.
Hell Hunt (Pikk 39) – Estlands erster craft-freundlicher Pub, seit 1993 geöffnet. Achtzehn Zapfhähne mit estnischen, finnischen und tschechischen Craft-Bieren. Der Name bedeutet „sanfter Wolf” – nichts Bedrohliches. Gemütliches Inneres im Winter, Außenbestuhlung im Sommer. Ein halber Liter estnisches Craft: 5,50–6,50 EUR. Ehrliche Pubküche: Suppe, Roggenbrot, Schweinefleischgerichte.
Õllemaania (Vene 4) – Fachgeschäft und Bar zugleich. Über 200 Craft-Biere im Geh-in-Kühlschrank, dazu 12 wechselnde Zapfhähne. Das Personal kennt sich aus. Eine Flasche kaufen, am langen Gemeinschaftstisch trinken. Flaschen ab 3,50 EUR.
Beer House (Dunkri 5) – Braugasthof mit sichtbarer kupferverschalter Anlage. Die Biere sind solide: ein Dunkelbier, ein Pale Ale, ein Weizen, ein Saisonbier. Hauptgerichte 14–18 EUR mit Bierbegleitungen.
Levist Väljas (Olevimägi 12) – Klein, dunkel, vinylschwer. Tallinns bester Cocktailbar dem Ruf nach. Die estnischen Spirituosen – Dutzende lokale Craft-Gins und Wodkas – sind außergewöhnlich. Cocktails 10–13 EUR. Reservierung am Wochenende empfohlen.
Von Krahli Baar (Rataskaevu 10) – Angeschlossen an Von Krahli Theater. Theaterpublikum, Künstler, Akademiker – keine Touristenpreise. Einfache Barsnacks, gute Weinkarte, estnisches Craft vom Zapfhahn.
Bars in Telliskivi und Kalamaja
Kalamaja und Telliskivi sind der Ort, an dem ernsthaftes Tallinner Trinken stattfindet. Preise sind niedriger, die Atmosphäre lokaler.
Põhjala Tap (Telliskivi 2) – Vorzeige-Taproom von Estlands bekanntester Brauerei. Über zwanzig wechselnde Zapfhähne, kundiges Personal, ausgezeichnete Speisekarte. Details im Tallinner Craft-Beer-Szene-Reiseführer.
Humalate Vabariik (Telliskivi 60a) – „Hopfenrepublik” auf Estnisch. Zwölf Zapfhähne, alles estnisches Craft, zu einigen der günstigsten Preise in einer Tallinner Bar. 4–5 EUR pro 0,5 Liter. Keine Schnörkel, nur gutes Bier.
F-Hoone (Telliskivi 60a) – Der soziale Mittelpunkt von Telliskivi. Zu allen Stunden belebt, voller Studenten und Kreativer, solides Essen neben einer guten estnischen Craft-Auswahl. An Wochenendabenden vorher buchen.
Must Puudel (Telliskivi 60a) – Klein, dunkel, seriös bei Naturwein und Craft-Bier. Die monatlichen Dienstags-Verkostungen (12 EUR für sechs Biere) sind eine Institution.
Naiiv (Kotzebue 7, Kalamaja) – Eine ruhige Nachbarschaftswein-und-Bier-Bar. Die lokalste Tallinner Atmosphäre auf dieser Liste – Stammgäste, die auf der Straße wohnen, kein sichtbares Schild von außen, der Ort, den man nur durch Empfehlung findet. Dienstags–samstags ab 17:00 Uhr geöffnet.
Pudel (Tööstuse 47, Kalamaja) – Eine neuere Bar des Põhjala-Teams, mit Schwerpunkt auf Naturwein und experimentellen fermentierten Getränken.
Bars für besondere Anlässe
Beste Cocktails: Levist Väljas (Altstadt) oder Speakeasy Bar (Telliskivi).
Beste Aussicht: Die Dachterrasse des Sokos Hotel Viru öffnet im Sommer mit bemerkenswertem Blick auf die Altstadtdächer. Hotelbar-Preise (9–12 EUR pro Cocktail), aber die Aussicht rechtfertigt es.
Beste Barsnacks: Hell Hunts Roggenbroterservice oder F-Hoones Sharing-Plates.
Beste Option nach Mitternacht: Club Prive (Harju 6) hat bis 05:00 Uhr geöffnet. De La Gardie (Viru 7) hat eine Kellertanzfläche mit alternativerem Publikum.
Beste Option für einen ruhigen Drink: Naiiv in Kalamaja oder Von Krahli Baar in der Altstadt.
Beste Option für Gruppen: Telliskivi-Bar-Hop – Start bei Põhjala Tap, weiter zu F-Hoone, Abschluss bei Humalate Vabariik oder Must Puudel.
Bar-Crawl-Optionen
Für eine geführte Einführung in die Tallinner Barszene gibt es Touren in verschiedenen Stadtteilen. Der Tallinner Altstadt-Bar-Crawl besucht die besseren Altstadtbars mit Shots, Spielen und Rabatten in mehreren Lokalen – gut für Erstbesucher, die einen geselligen Abend möchten. Den vollständigen Tallinner Pub-Crawl-Reiseführer gibt es hier.
Saisonale Barnotizen
Sommer (Juni–August): Terrassensaison. Telliskivi-Terrassenbars füllen sich an warmen Abenden bis 17:00 Uhr. Die Altstadt ist auf Hochtouren. Die besten Bars (Hell Hunt, Von Krahli Baar, Levist Väljas) sind freitags und samstags am vollsten.
Herbst (September–Oktober): Die Saison wechselt schnell. Bis Mitte September sind die Terrassen ruhiger. Innenraumbars kommen in ihre eigene. Wechsel zu dunkleren, wärmeren Bieren in Craft-Taprooms.
Winter (November–März): Telliskivi-Taprooms sind warm und kerzenbeleuchtet. Die historischen Kellerkneipen der Altstadt fühlen sich perfekt jahreszeitangepasst an.
Weihnachtszeit (November–Januar): Der Tallinner Weihnachtsmarkt am Raekoja plats bringt Glühwein-Stände (hõõgvein). Hell Hunt ist besonders stimmungsvoll im Winter. Details im Tallinner Weihnachtsmarkt-Reiseführer.
Estnische Trinkkultur: einige Hinweise
Die estnische Barkultur ist ruhiger, als man für eine Stadt mit stattlichem Junggesellentourismus erwarten würde. Einheimische trinken in kleinen Gruppen, selten in lauten Runden. Die Craft-Beer-Szene hat ein kosmopolitisches Publikum angezogen, das sich wirklich für das interessiert, was im Glas ist.
Ein interessantes Detail: Esten stehen kaum an der Bar. Es gibt fast immer Sitzplätze. Wenn man in einem vollen Telliskivi-Taproom keine Sitzplätze findet, einfach zwei Minuten warten – die Leute wechseln schnell.
Trinkgeld ist in Estland kulturell nicht eingewurzelt. Aufrunden ist üblich; 10–15 % zu hinterlassen wird geschätzt, aber nicht erwartet.
Das Mindestalter zum Alkoholkauf beträgt 18 Jahre. Supermärkte und Tankstellen hören ab 22:00 Uhr auf, Alkohol zu verkaufen. Bars und Restaurants dürfen bis zur Schließung servieren (meist 01:00–04:00 Uhr).
Bar-Viertel: eine schnelle Übersicht
Altstadt (Vanalinn): Zu Fuß von jedem zentralen Hotel erreichbar. Bars konzentrieren sich rund um die Pikk-Straße und die ruhigeren Südgassen der Altstadt.
Kalamaja/Telliskivi: 15–20 Minuten zu Fuß oder Straßenbahn 4/5 zum Balti jaam. Konzentriert im Telliskivi Creative City-Komplex und entlang der Kotzebue-/Tööstuse-Straßen.
Noblessner/Seaplane-Harbour-Bereich: Einige interessante Bars und Restaurants in ehemaligen Werftgebäuden. Aktuell eher abendliches Dining als Spätbar-Kultur.
Preise und Erwartungen
| Umgebung | Bier (0,5 l) | Cocktail |
|---|---|---|
| Telliskivi-Taproom | 4–6 EUR | 9–11 EUR |
| Gute Altstadtbar | 5–7 EUR | 10–13 EUR |
| Altstadttouristenbar | 7–10 EUR | 12–16 EUR |
| Hoteldachterrasse | 8–12 EUR | 13–18 EUR |
Praktische Hinweise
- Öffnungszeiten: Die meisten Tallinner Bars öffnen 11:00–01:00 Uhr (So–Do) und 11:00–04:00 Uhr (Fr–Sa). Clubs bleiben länger offen.
- Nur Karte: Die überwiegende Mehrheit der Tallinner Bars akzeptiert bevorzugt oder ausschließlich Karten. Kontaktloses Zahlen funktioniert überall.
- Rauchen: Seit 2007 Rauchverbot in allen estnischen Bars und Restaurants. Im Freien auf Terrassen in der Regel erlaubt.
- Junggesellenzonen meiden: Bars direkt am Raekoja plats, die Baar Bar nahe dem Rathaus und jede Bar mit aufblasbaren Requisiten im Fenster. Diese Lokale servieren teures mittelmäßiges Bier an Gruppen in Einheitsoutfits.
- Anreise: Altstadtbars sind von jedem zentralen Hotel aus zu Fuß erreichbar. Für Telliskivi Straßenbahn 4 oder 5 zum Balti jaam oder 20 Minuten zu Fuß. Details im Tallinner Verkehrsführer.
Für das vollständige Nachtleben-Bild – Clubs, Live-Musik und Spätoptionen – den Tallinner Nachtleben-Reiseführer lesen. Für brauereispezifische Details über Põhjala und die Telliskivi-Craft-Szene: Põhjala und Telliskivi Brauereien.
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